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Ja, Nein, Vielleicht- Geh Wählen

In Deutschland hat jeder Mensch deutscher Staatsangehörigkeit, der das entsprechende Alter erreicht hat, die Chance zu wählen. Das ist nicht selbstverständlich, denn in vielen Ländern auf der Welt ist es den Bürgern nicht möglich, ihre Interessen durch Vertreter, die sie demokratisch gewählt haben, durchsetzen zu lassen. Wenn ein Mensch also das Wahlrecht besitzt, sollte es seine Pflicht sein, dieses auch zu nutzen! Man hat die Möglichkeit Dinge zu verändern, vielleicht sogar zu verbessern, wieso also nicht wählen gehen?Einige Menschen sind der Meinung, dass ihre Stimme sowieso nichts ändern würde. Politiker machen so oder so, was sie wollen. Sie machen leere Versprechungen, sprechen hohe Töne und dabei herauskommen tut trotzdem nichts. Dann kann man sich die Mühe auch gleich sparen. Falsch! Es ist so einfach etwas zu ändern. Nur zwei Kreuze sind dafür notwendig! Die Politiker wollen meistens nicht nur eine Amtsperiode beschreiten und wenn sie wiedergewählt werden wollen, müssen sie sich für das, was sie versprechen auch einsetzen! In einer Demokratie sind politische Entscheidungen oftmals Kompromisse. Das heißt aber noch lange nicht, dass gar keine Interessen durchgesetzt werden können. Wenn man eine Meinung hat, sucht man sich jemanden, der diese vertreten kann. Vielleicht haben viele Menschen die gleiche oder zumindestens eine ähnliche. So passiert es ganz schnell, dass die eigenen Vorstellungen von der Regierung diskutiert werden.Es ist nicht so einfach Berge zu versetzen, aber kleine Dinge können einen Anstoß dafür geben, eine Menge zu verändern. Wieso also nicht den Mut besitzen zwei kleine Kreuze zu setzen und sein Wahlrecht zu nutzen?! Sollte die gewählte Partei nicht die benötigten Stimmen bekommen oder nicht das durchsetzen, was man sich vorgestellt hat, gibt es immernoch die Möglichkeit, beim nächsten mal jemand anderes zu wählen. Viele einzelne Stimmen können viel ausrichten und wenn man nicht wählen geht, daran sich auch nicht beschweren, wenn in der Politik nicht das gemacht wird, was man selbst gerne möchte.

Maidengab am 9.3.16 21:45, kommentieren

Ich weiß nicht mehr, was ich sagen soll

Flüchtlinge. Ein Thema, das weder neu noch ausgelutscht ist bzw. sein sollte. Trotzdem geht es mir persönlich langsam auf die Nerven. Im Internet auf sozialen Medien, wie Facebook, in Online Magazinen, in der Zeitung, im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten, in der Schule, sogar Zuhause, werde ich tagtäglich mit Neuigkeiten und irgendwelchen Aussagen und Diskussionen überschüttet! Von mir wird verlangt, dass ich mich dazu äußere. Meine Eltern sagen z.B. zum Thema Flüchtlinge, dass dadurch Terroristen eingeschleust werden und das fast alles nur junge Männer sind und dass die alles "in den Arsch geschoben kriegen". In solchen Momenten weiß ich nie, wie ich mich verhalten soll. Wenn ich meine Meinung dazu sage, dass sie das gar nicht so genau wissen und dass das meiste davon Vorurteile sind, werde ich angeschrien. Meine Eltern sagen dann, dass ich da nicht mitreden könne, ich sei viel zu jung und hätte die falschen Freunde, würde irgendetwas eingetrichtert bekommen. Auch auf Familienfeiern bin ich meistens die Einzige, die anders auf dieses Thema reagiert. Mittlerweile habe ich keine Lust mehr etwas darüber zu sagen oder zu lesen oder zu hören oder zu sehen. Es macht mich traurig, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil sich jemand das Recht herausnimmt, seinen Lebensstil und seine Einstellung anderen gewaltsam aufzuzwingen. Ich kann meine Familie verstehen, wenn sie sagen, dass sie es nicht unbedingt gut finden, dass Deutschland Flüchtlinge aufnimmt. Es sieht so aus, als würden die Menschen einfach so alles mögliche bekommen und machen dürfen. Aber wenn man bedenkt, dass diese Leute vieles zurücklassen mussten und die Regeln und Moral in unserem Land noch nicht kennen...Ich weiß leider nicht, wie ich meine Eltern und andere davon überzeugen kann, dass Flüchtlinge nicht böse sind. Ich weiß, dass es viele Probleme gibt, die gelöst werden müssen, damit es den Menschen, die nach Deutschland kommen besser geht und damit sie Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit haben können. Vielleicht ist es ein Anfang seine Meinung offen und ohne Angst sagen zu können und den Mut zu haben Vorurteilen den Rücken zuzudrehen.

Maidengab am 9.3.16 21:00, kommentieren

kapitel 1

Wieso ist es eigentlich so schwer jemanden zu finden, der dein ganzes Leben bei dir bleibt? Ist doch nicht das Problem. Durchschnittlich lebt der Mensch etwa 80 Jahre bis er dann mit zum High Five erhobener Hand dem Tod entgegentritt. Unter den Gläubigen, nicht dem Tod sondern Gott bzw. seiner neuen Hülle, in der er ab sofort auf Erden wandelt. okay. Männer verpissen sich meist schon vier Jahre früher. Aber im Großen und Ganzen hätten wir 80 Jahre. Die ersten drei Jahre müssen sowieso abgezogen werden, weil Ich mich daran definitiv nicht erinnere. Selbst die zwei Jahre danach sind nur einzelnen Fetzen, sind wir ganz ehrlich…von den 80 Lebensjahren ziehen wir mal glatt ein Jahrzehnt ab. Bleiben noch 70. Aber wer garantiert mir denn, dass ich 80 Jahre lebe? Meine Uroma starb mit 74 und die Oma einer Freundin schon mit 54. Man hat einen Autounfall, eine Krankheit oder das Leben hasst dich einfach und will dich loswerden. Einige haben nicht mal das Glück überhaupt einen einzigen Atemzug auf dieser Welt zu machen. Und andere dröhnen sich zu mit allem was weiß oder flüssig ist und scheißen drauf, wie wertvoll das Leben ist, dass sie mit 25 schon nicht mehr atmen. Ziehen wir also nochmals 10 Jahre…nein. 20 Jahre ab, bleiben noch 50 Jahre als Begleitperson. Mir wäre es vor allem wichtig, dass ich jemanden habe, der in den wirklich wichtigen Momenten, den großen besonderen Tagen meines Lebens an meiner Seite steht. Mit mir feiert, weint, schreit, lacht… Und diese Ereignisse sind selten. Auch ist für jeden etwas anderes besonders. Also ziehe ich weitere 49 Jahre ab. Bleiben 365 Tage. Ein Jahr. Suche Liebe für ein Jahr. Ich scrolle mit der Maus weiter herunter. Facebook. Schon eine echt tolle Erfindung! Innerhalb weniger Sekunden informiert über die letzten zehn Jahre. Du kannst der ganzen Welt mitteilen, wie dreckig es dir geht, weil deine Freundin dich wegen eines Typen versetzt hat, oder wie unglaublich glücklich du gerade bist, weil deine Eltern dir endlich die neue PS4 gekauft haben. UND! Dazu natürlich noch das neueste Spiel dazu. Du postest DAS Bild des Tages, den absoluten spontan Schnappschuss, für den du drei Stunden im Bad standest und danach noch fünf Minuten warten musstest bis die Nachbarskatze endlich auf die Leckerlis angesprungen ist. Oder du tust einfach mal so, als wärst du richtig geil, und zeigst allen deine Anabolika Fake Mukkis. Zum Glück gibt’s ja Fotoshop. Aber mal Spaß beiseite. Ich meine du kannst echt mit vielen in Kontakt bleiben, kriegst alles mit und wenn dir mal langweilig ist…super Zeitvertreib! Mein silbergrauer HP Laptop ist schon ziemlich alt. Familienerbstück sozusagen. Naja. Ich musste nicht für blechen und funktionieren tut er auch. Klar. Ein paar Macken hat er schon und langsam ist er auch, aber was solls. Mittlerweile stört mich das nicht mehr. Bin schließlich Multitaskingfähig und kann nebenbei noch Hausaufgaben machen, mir einen Tee kochen, die Müslischüssel nachfüllen und meinen Kater rauslassen. Ein Abwasch. Während die nächsten Posts laden, versuche ich also diese kack quadratische Gleichung zu lösen. Mathe. So eine Zeitverschwendung. Wer hat sich das überhaupt ausgedacht? Ergibt für mich jedenfalls so gar keinen Sinn. Plop. Ich schaue auf. Der Facebook Messenger zeigt mir einen neue Nachricht von Susi. Hm. Lese ich später. Ich blicke hinab zu den Mathe Aufgaben. Den Dreck kapierst du sowieso nie. Mit dem Gedanken landet das Heft in den Tiefen meiner Schultasche. Beim Lehrer kann ich mich schon irgendwie rausreden, hat bisher immer geklappt. Ich gucke wieder auf den Laptop. Susi. Ich habe eigentlich keine Lust jetzt mit dir zu chatten. Du erzählst wieder Romane von Thomas und deiner neuen Reithose und den unfähigen Trainern im Reitstall, die einfach nichts auf die Reihe kriegen… Aber die Facebook Seite mit den News lädt einfach nicht und was anderes habe ich auch nicht zu tun. Was solls. Mit einem Doppelklick ist der Chat geöffnet. Gespannt lese ich ihre Nachricht. >Hast dus schon gelesen? Wer ist denn so geil drauf?! Hauptsache ich bin so blöd und poste sowas auf Facebook :‘D einfach komplett irre und reif für die Klapse!!!< Ich habe keine Ahnung was sie will. Aber es geht nicht um die üblichen Themen, das macht mich stutzig. Ich hake nach. >Wovon redest du?< Ihre Antwort dauert. Vielleicht liegt es auch gar nicht an meinem Laptop oder ihr, sondern an dem Internet, das erst recht richtig langsam ist. Plop. >Wo wohnst du eigentlich? Auf der Venus? Es ist ein mega Hype darum! Irgendein Idiot, ein Wichtigtuer und wahrscheinlich Oberloser hat auf Facebook gepostet SUCHE LIEBE FÜR EIN JAHR oder so. Wie bescheuert? Wieso denn nur für ein Jahr? Und wieso auf Fcaebook? Hat der Typ keine Freunde? Wozu gibt’s denn die ganzen Daitingseiten? Einfach sinnlos.< Wow. Suche Liebe für ein Jahr. Das ist so romantisch und direkt. Ein Jahr und dann? Ist er krank und lebt nur noch ein Jahr? Bringt er sich nach einem Jahr um, verreist er dann oder… Ich finde es so faszinierend. Der Post lässt so viele Fragen offen und ich bin total verblüfft von dieser Tiefe, die dahinter stecken könnte. >Es heißt AUF DEM MARS aber egal. Hm. Krasse Sache. Der wird bestimmt gemobbt, ist mir egal. Muss los. BB :*< Ich hasse diese Oberflächlichkeit von Susi. Sie macht alles und jeden nieder, der nicht in ihr perfektes Bild passt. Ein Wunder, dass wir befreundet sind… Sie ist eigentlich ein tolles Mädchen. Sie nervt okay und ist eine Zicke. Manchmal. Aber man kann sie echt lieb haben, wenn sie dich für gut befindet. Sie macht die besten Partys, lädt dich zu vielen Events ein und kommt bei Konzerten immer an VIP Tickets. Susi ist eine kleine Prinzessin. Lieblingsfarbe pink, hat zwei Pferde und in ihrer Freizeit lackiert sie sich ihre Fingernägel. Aber sie hat unglaublich blonde Haare, einen perfekt proportionierten Körper und lange, dunkle Wimpern. Ihre Haut ist schneeweiß und ihre Lippen voll und rosa. Mit ihrem Lächeln und ihren strahlend weißen Zähnen bringt sie jeden zum Schmelzen. Außerdem ist sie Jahrgangsbeste und total beliebt. Wenn man sich auf ihre Art einlässt, ist sie schon toll. In der Zwischenzeit hat Facebook endlich geladen. Ich scrolle also wieder mit der maus herunter und da. Gleich als zweites ist der Post den Susi meinte. [A Lex -zerstreut] >Suche Liebe für ein Jahr.< hm. Ich kann diesen Post nicht einfach ignorieren. Mit einem Klick bin ich auf A Lex Seite. Er hat keine weiteren Posts. Keine Fotos. Keine Freunde. Nichts. Nicht einmal der Geburtstag. Es scheint als...moment. Noch ein Klick. Tatsächlich. Hier steht’s. Mitglied auf Facebook seit 24. August 2013. HEUTE. Hm. Das wird immer verrückter. Ich scrolle wieder etwas nach oben und suche sein Chat Symbol. Da. Ich klicke drauf und mit einem Plop öffnet sich der Messenger. Ich halte die Finger über den Tasten und will schon schreiben. Aber was? Ich nehme die Hände zurück. Da fällt mir etwas ein. >Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.< Ich weiß nicht, wie ich darauf komme. Ich glaube ich habe dieses Zitat neulich in einem Buch gelesen. Ich finde es passt. Vielleicht… Plop. >Das einzig wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.< Das verwirrt mich. hm. Ist das ein Test? >Albert Schweitzer< Mal sehen, ob ich den Test bestanden habe. Plop. >das hast du gewusst?< Scheint so. Aus irgendeinem Grund muss ich lächeln. >Ich lese viel. Wieso suchst du Liebe für nur ein Jahr?< Jetzt will ich es wissen. Wenn A Lex schon mit mir schreibt, will ich auch, dass er meine Fragen beantwortet. Ich warte. Vielleicht fünf Minuten. Nichts. Weitere fünf Minuten. Nichts. Mist. War ich zu schnell? Zu neugierig? Meine Mum ruft von unten aus der Küche. Essen. Ich schaue noch einmal auf den Laptop. Nichts. Na schön. Ich klappe den Laptop zu und schlurfe langsam die Treppe herunter. Meine Euphorie ist verschwunden. Komisch. Ich kenne diesen A Lex nicht und habe nur vier Sätze mit ihm gewechselt. Wenn überhaupt. Und trotzdem fühlt es sich so an, als sei gerade etwas zerbrochen. Ich fühle mich so leer. Weil er nicht antwortet.

maidengab am 28.7.15 00:24, kommentieren

Verrückt, dass Fallen wie Fliegen ist für einen kleinen Moment-Caspar

Hey Leute! Ich habe eine größere Schreibblokkade... aber in den nächsten Wochen werde ich das 1.Kapitel veröffentlichen Vorher aber ein kleiner Zwischengeschobener Beitrag. Sehr persönlich. Hab euch lieb. Kuss, maidengab <3 Ich wache auf. Gehe die Treppe runter, ziehe mich an, schnappe meine Tasche, gehe zum Zug, fahre zur Schule. Lerne, Denke, Rede. Schnappe meine Tasche, gehe zum Zug, fahre nach Hause, schließe die Tür auf, gehe in mein Zimmer, mache irgendetwas. Esse Abendbrot, gehe in mein Zimmer. Beschäftige mich mit meinem Handy, höre Musik, gucke Fernsehen. Gehe ins Bett, lösche das Licht, schließe die Augen. Schlafe. Der Wecker klingelt. Ich wache auf. Gehe die Treppe runter, ziehe mich an, schnappe meine Tasche, gehe zum Zug, fahre zur Schule. Lerne, Denke, Rede. Schnappe meine Tasche, gehe zum Zug, fahre nach Hause, schließe die Tür auf, gehe in mein Zimmer, mache irgendetwas. Esse Abendbrot, gehe in mein Zimmer. Beschäftige mich mit meinem Handy, höre Musik, gucke Fernsehen. Gehe ins Bett, lösche das Licht, schließe die Augen. Schlafe. Fünf Tage die Woche. Montag. Dienstag. Mittwoch. Donnerstag. Freitag. Wochenende. Ich wache auf. Frühstücke. Treffe mich mit Freunden. Bin unterwegs. Gehe ins Bett. Schlafe. Samstag. Sonntag. Neue Woche. Montag. … Wiederholung. Jeden Tag. Jede Woche. Jedes Jahr. Der gleiche Ablauf. Die gleichen Leute. Die gleichen Gesichter. Das gleiche Ich. Nein! Ich verändere mich. jeden Tag ein bisschen mehr. Keiner bemerkt es. Niemand. Nur Ich. Soweit ich mich erinnern kann, liebe ich es zu leben. Zu reisen. Dinge, neue Sachen zu entdecken, erkunden, erforschen. Zu lernen. Seit ich denken kann, lasse ich nichts unversucht. Ich probiere alles aus. Im Kindergarten habe ich meine Freunde gefunden. In der Grundschule habe ich sie kennengelernt. Auf dem Gymnasium habe ich gelernt sie zu unterscheiden. Etwa in der neunten Klasse fing es an. Glaube ich. Vielleicht auch früher. Aufjedenfall war es schlimm, weil ich nicht wusste...wer...wie viele...und ob überhaupt. Nicht Mobbing. Das ist etwas anderes. Ich würde es nicht so bezeichnen. Mobbing. Das ist etwas, wobei die Person, das Opfer, weiß, dass es gehänselt wird und von wem...und es fühlt sich auch anders an...es ist offensichtlich. Die Person wird direkt angegriffen. In der Öffentlichkeit. Beschimpft. Geärgert. Gemobbt. Nein. Als Mobbing würde ich das nicht bezeichnen. Mobbing. Damit wäre ich klargekommen. Dagegen hätte ich vorgehen können. Das hätte mich nicht zerstört. Wäre nicht langsam gewachsen. Hätte mich nicht von innen zerfressen. Hätte mich nicht verfolgt. Hätte mich nicht so kaputt gemacht. Jeder Mensch sieht anders aus. Jeder Mensch ist einzigartig. Wir alle sind verschieden. Jeder hat seine Guten und Schlechten Eigenschaften. Jeder hat Makel. Niemand ist perfekt. Niemand kann perfekt sein. Und doch versuchen wir es alle. Perfekt zu sein. Vollkommen. Ohne Fehler. Das kann aber niemand schaffen. 100% von dem was wir glauben, das perfekt ist. Jeder hat von Perfekt sein seine eigenen Vorstellung. Und niemand kann das erreichen. Wir versuchen alle etwas zu erschaffen, was unmöglich und total unnötig und überbewertet ist. Wieso versuchen wir nicht einfach so zu bleiben wie wir sind, als etwas hinterherzulaufen, das es nicht gibt?! Jeder Mensch auf der Welt ist doch irgendwie schon längst auf seine Weise vollkommen. Stell dir vor, du würdest in einer Gemeinschaft leben, in der alle nach außen hin lieb und nett sind und in der sich alle mögen. Du wärst total glücklich und dir ginge es gut. Du kämest an und hättest viele Freunde. Und von einen auf den anderen Tag, ist alles anders. Weil du es herausbekommst. Du kriegst mit, was sie tun. Du bemerkst es. Sie geben dir Spitznamen. Bösartige, fiese Spitznamen. Die dich verletzen. Die dich kaputt machen. Sie reden über dich. Hinter deinem Rücken und doch nahe genug, dass du das flüstern hörst und weißt, dass es um dich geht. Und doch bist du nicht sicher. Du beginnst an dir zu Zweifeln. Dich zu hassen. Du warst ein so glücklicher Mensch, voll und ganz mit dir zufrieden. Und dann. Du fängst an dich selbst in Frage zu stellen. Du HASST dich! Du verstehst nicht, wie man so etwas wie dich mögen kann. Und du stellst fest, dass das überhaupt keiner tut. Dich mag niemand. Weil du nicht in das Ideal passt, was sie erschaffen haben. Weil du etwas an dir hast, was sie stört, was sie nicht verstehen. Du bist falsch. Du bist hässlich. Du gehörst hier nicht hin. Du bist wertlos. Unausgesprochen. Schlimmer. Verletzender. Zerstörerischer. Als, wenn man es direkt in dein Gesicht brüllt. Es hat mich kaputt gemacht. Ich habe eine Maske erschaffen, die ich nicht mehr abnehmen kann. Eine Maske, die mein wahres Ich verdeckt. Das Ich, das nicht anerkannt wurde. Das ich, das mich glücklich gemacht hat. Bis es verurteilt wurde. Bis ich es vergraben musste. Ich setzte eine Hülle auf, die mich beschützt. Vor dem, was passiert ist. Die mich rettet. Die mich verschwinden lässt. Eine Maske, die passt. Nach außen hin. Ich verstecke alles dahinter. Lasse nichts an die Oberfläche kommen. Bin nicht so, wie ich sein möchte. Aus Angst alles erneut zu erleben. Aus Angst mich zu verlieren in einem Loch. Aus Angst von einer Dunkelheit verschluckt zu werden, die ich nicht überleben kann. Ich Stehe am Abgrund und will Fallen. Will Fallen, weil es mir das Gefühl von Freiheit gibt. Fallen...für einen kurzen Moment wie Fliegen. Ich kann Fliegen. Fliegen, wohin ich will. Weg von alledem, was mich zerstört. Aber nein. Nicht weg. Nicht für immer. Nur für einen kurzen Augenblick. Denn ich versinke. Jeden Tag einen Millimeter tiefer in eben dieser Dunkelheit, vor der ich solche Angst habe. Ich verändere mich jeden Tag. Jede Minute, jede Sekunde ein weiteres kleines Stückchen. Meine Maske ist keine Rettung. Sie ist eine Krankheit. Sie passt von außen. Aber von Innen macht sie mich immer weiter kaputt. Sie zerfrisst mein wahres Ich, wie ein Parasit. Und ich falle immer weiter in das Loch. Stehe am Abgrund und will springen. Will endlich Fallen um zu Fliegen. Ich habe Angst. Aber in dieser Dunkelheit gibt es ein paar Glühwürmchen, die mich halten und aus dem Loch herausziehen. Sie versuchen mir einen Weg zu zeigen, meine Maske abzunehmen. Mein wahres Ich wiederzufinden. Sie retten mich. danke.

1 Kommentar maidengab am 9.7.15 20:54, kommentieren

Prolog

Ich sehe ihn mit geweiteten Augen an. Wer zum Teufel bist du? Wer bin ICH? Wo bin ich? Okay. Ganz ruhig. Atme. Denke. Komm schon. Da muss was sein. Irgendwas! Ich heiße Kate. Ich habe eine Schwester. Ich mache demnächst eine Reise. Ich hatte einen Unfall. Immer und immer wieder gehe ich diese Anhaltspunkte durch. Ich sehe den gutaussehenden Mann weiter an. Versuche mich zu erinnern. Und da! Bilder tauchen in meinem Kopf auf. Er und ich. Jünger. Teenager. Sitzen auf einer Wiese. Um uns herum noch ein paar andere Gesichter. Wir lachen. Wahrscheinlich feiern wir irgendetwas. Noch mehr Bilder. Wieder Er und Ich. Wir lernen zusammen für die Prüfungen und haben schon nach wenigen Minuten keine Lust mehr. Wir rennen raus und fahren mit dem Fahrrad auf ein Feld. Wir machen Fotos, legen uns ins Feld, tanzen, rennen durch die Gegend und fühlen uns wie kleine Kinder. So viel Freiheit, so unkompliziert. Einfach in den Tag hineinleben. Er sieht mich wieder an. Und in diesem Moment scheinen seine Augen unendlich tief zu sein. "So, wie ich sehe sind sie wieder unter uns. Sehr gut. Wie fühlen sie sich?", ich schrecke hoch. Der Arzt, ein langgewachsener grauhaariger Mann in den 50ern, tastet meinen Körper mit seinen Knochigen eiskalten Fingern ab. Ich hole tief Luft. AUTSCH. Ich verzerre mein Gesicht. "Sie haben sich die Rippen gebrochen. Das wird noch eine Weile wehtun. Ansonsten ist ihr Bein angebrochen und ihr rechter Arm ist verstaucht. Sie haben eine Amnesie zweiten Grades, hervorgerufen durch den harten Aufprall. Sie werden sich wohl erst in ein paar Wochen wieder an alles erinnern können. Aber zum Glück konnten wir die Schwellung stoppen.", antwortet der Mann auf meine stumme Frage. In diesem Augenblick meldet sich mein bester Freund: "Fehlt ihr sonst noch irgendetwas? Kann sie nachhause?" Der Arzt starrt ihn verwirrt an. "Sind sie ein Angehöriger? Ansonsten möchte ich sie bitten das Zimmer jetzt zu verlassen." Mein unglaublich gut aussehender bester Freund will grade etwas erwidern, aber ich komme ihm zuvor: "I..St schon okay...". Meine Stimme ist brüchig und sehr sehr leise. "Okay. Das ist eigentlich gegen die Vorschriften, aber da er sowieso schon fast alles mitgehört hat, mache ich mal eine Ausnahme." Der Mann atmet kurz ein und aus und fährt dann fort. "Also entlassen werden sie frühestens in einer woche. Aber bis auf die Brüche und Verstauchungen, Gehirnerschütterung und Amnesie, ein paar Kratzern und blauen Flecken fehlt ihnen nichts weiter. Schlafen sie viel und versuchen Sie sich nicht allzu viel zu bewegen. Wir sehen uns dann morgen wieder." Er dreht sich auf dem Absatz um und verschwindet durch die Tür. "Hm. Frühestens in ienr Woche. So ein Mist. Morgen ist doch das Coldplay Konzert. Na schön, dann überleg ich mir mal was.", er zwinkert mir zu. Ich betrachte ihn von oben bis unten. Er kommt mir so fremd und doch extrem vertraut vor. Er berührt meine Hand. "Kate. Du schaust mich an als wäre ich ein Fremder, der dir deinen Lolli wegnimmt. Ich habe dir deine Lollis zwar öfter weggenommen, aber ich bin doch kein Unbekannter. Ich bins. Dein bester Freund. Alex." Und in diesem Moment erinnere ich mich. Alles. Wirklich alles kommt wieder...

maidengab am 11.5.15 21:23, kommentieren